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Retrofeeling für Kaffeeliebhaber: Die Handhebel Espressomaschine

Der Espresso aus einer Handhebel Espressomaschine unterscheidet sich zwar geschmacklich nicht unbedingt von seinen elektrischen Artverwandten, dafür aber umso mehr in der Bedienung. Der Charakter von solch einem Gerät ist kaum mit dem einer elektrischen Siebträgermaschine zu vergleichen. Wie eine Handhebel Espressomaschine funktioniert und wie man sie richtig bedient steht in den folgenden Abschnitten.

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Die Geschichte der Handhebel Espressomaschine

Saeco La Pavoni Professional Lusso TestDer Erste, der eine Handhebel Espressomaschine auf dem Markt etablierte war Giovanni Achille Gaggia. Seine revolutionäre Erfindung ließ sich der gebürtige Mailänder 1938 patentieren. Bald darauf brachte es seine Erfindung auch über Italiens Grenzen hinweg zu internationaler Bekanntheit. Kein Wunder, wenn man bedenkt welche Folgen Gaggias Erfindung für die Gastronomie und Kaffeeliebhaber überall auf der Welt hatte.
Mit seiner Handhebel Espressomaschine vermochte der findige Italiener gleich zwei signifikante Neuerungen zu etablieren. Zum einen nahm die Herstellung eines Espressos auf diese Weise nur einige Augenblicke in Anspruch. Zum anderen erzeugte die Extraktion des Espressos unter Druck die, für heutige Verhältnisse typische, Crema.

Nachdem sich das System etabliert hatte begannen auch andere Hersteller damit sich für die Produktion einer Handhebel Espressomaschine zu interessieren. Dadurch entstanden eine Menge neuer Hersteller in Italien und später weltweit. Zu Beginn der 1960er Jahre wurde die Handhebel Espressomaschine jedoch zum größten Teil von einer technischen Neuerung überholt. Dies waren Espressomaschinen welche den benötigten Druck mittels einer elektrischen Pumpe herstellten. Diese Geräte verbreiteten sich rasant auf Grund ihrer einfachen Bedienung und verdrängten die einfachen Handhebler fast vollständig aus den Restaurants und Bars. Einzig in südlichen Italien wurden jene Maschinen weiterhin gerne genutzt. Das lag an dem schlechten Ausbau des Stromnetzes, was den Einsatz elektrischer Geräte stark einschränkte. Eine Handhebel Espressomaschine hingegen benötigte keinerlei Energie in Form von Strom. Das Wasser konnte mittels Gas erhitzt werden und der Espresso wurde per Hand gezapft.

Die Funktion einer Handhebel Espressomaschine

Saeco La Pavoni Professional Lusso - 1Bei den ursprünglichen Geräten wurde das Wasser noch per Gas erhitzt, heutzutage erfolgt dies jedoch meistens auch elektrisch. Ansonsten hat sich am Funktionsprinzip jedoch nichts geändert
Um einen Espresso zu brühen wird der Hebel zuerst einmal heruntergedrückt. Dadurch wird ein Kolben innerhalb eines Zylinders nach oben gegen eine Feder gedrückt. Sobald dies geschieht, strömt heißes Wasser in den Zylinder und gleichzeitig auf den Siebträger. Diesen Vorgang bezeichnet man als Preinfusion.
Somit wird der gemahlene Kaffee im Siebträger gleichmäßig angefeuchtet, was einen harmonischen Geschmack des Espressos zur Folge hat. Je nach Hersteller muss der Hebel in dieser Position von Hand gehalten werden oder er lässt sich arretieren.

Sobald nun Flüssigkeit beginnt aus dem Siebträger auszutreten wird der Hebel behutsam losgelassen oder aus der Arretierung gelöst. Dieser wandert daraufhin wieder langsam nach oben, da die vorgespannte Feder im Inneren den Kolben nach unten drückt. Dabei verschließt dieser zuerst den Zulauf des Boilers. Sobald dieser verschlossen ist beginnt automatisch der Druckaufbau im System. Je nach Fabrikant kann dieser bei den einzelnen Handhebel Espressomaschinen variieren, in der Regel beträgt dieser jedoch etwa zwischen 9 und 12 bar.
Sobald der Hebel wieder vollständig in seine Ausgangsposition zurück gewandert ist, ist der Vorgang abgeschlossen.

Die korrekte Bedienung einer Handhebel Espressomaschine

Das Wasser wird bei den meisten Geräten für den Hausgebrauch über eine Öffnung auf der Maschine eingefüllt. Bezüglich der Ausgangsstellung des Hebels gibt es zwei unterschiedliche Systeme. Bei dem einen erzeugt eine Feder den Druck, bei dem anderen wird dieser manuell von Hand erzeugt.

Befindet sich der Hebel Oben

Dies ist das allgemein gängigere System mit Federdruck. Dabei befindet sich der Hebel zu Beginn oben. Wird er nach unten gedrückt, spannt sich die Feder im Inneren. Sobald der Hebel nun losgelassen wird drückt die Feder den Kolben nach unten und erzeugt somit den Druck.

In der Gastronomie wird solche eine Handhebel Espressomaschine meist möglichst hoch aufgestellt. Somit wird ein einfaches Herunterdrücken des Hebels ermöglicht, ohne dass dabei umgegriffen werden muss.

Befindet sich der Hebel unten

Bei diesem System wird auf Federkraft verzichtet. Ein bekanntes Beispiel dafür bietet die Pavoni Espressomaschine. Dabei ist die Ausgangsstellung des Hebels unten. Wird dieser nun nach oben gezogen, drückt es den Kolben im Inneren nach unten. Somit wird der Brühdruck einzig und allein durch Muskelkraft erzeugt.

Dieses System hat sich besonders für kleine Haushaltsgeräte etabliert. Die Pavoni Espressomaschine ist dabei vermutlich der bekannteste Vertreter dieser Gattung.

Fazit zu einer Handhebel Espressomaschine

Der eigentliche Vorgang der Zubereitung nimmt kaum mehr Zeit in Anspruch als der eines elektrischen Geräts. Der einzige Nachteil den eine Handhebel Espressomaschine bieten kann ist das geringe Fassungsvermögen des Wassertanks. Meistens sind diese Geräte nur für das Ziehen weniger Espressi geeignet. Dafür bietet eine Handhebel Espressomaschine jedoch die spezielle Kaffeebar-Atmosphäre vergangener Zeiten.